Montag, Oktober 30, 2006

Der lange Weg nach Amsterdam

Die Vorzeichen waren gut. Ein langes, aufregendes, schönes und auch ein wenig anstrengendes Wochenende in Münster verbracht. Home Sweet Home. Mit dem beruhigenden Wissen, dass noch alles beim Alten ist, wollte ich dann am Sonntag die Rückreise antreten. Es sollte vom Bahnhof Zentrum Nord losgehen - zwei Bahnsteige mit vier bis sechs Gleisen dazwischen. Nun begann sich aber alles zum Schlechten zu wenden:
Als der Zug mit 10 beunruhigenden Minuten Verspätung einfuhr, realisierte ich, dass ich auf der falschen Seite stand. Ich also halsbrecherisch über die Gleise gerannt und unter den anklagenden Blicken des Zugführers in den Zug geschlüpft. Kaum war ich drin, sollte ich noch einmal die deutsche 'Freundlichkeit' mit der Keule zu spüren bekommen. Mehrere Herren in den besten Jahren, die mit ihrem Gepäck fast den kompletten Eingangsbereich versperrten, wollten mir im sowieso schon vollen Zug wohl nicht den kleinen Stehplatz zwischen ihren Taschen gönnen. Zuerst dachte ich noch, sie machten Witze, all das wäre ein Ausdruck schlechten Humors und ironisch gemeint. Ein Blick in ihre grimmigen Gesichter belehrte mich aber schnell eines besseren. Als die Kommentare unfreundlicher und feindseliger wurden - freilich absolut grundlos - beschloss ich, sie in Gedanken verwünschend, mir von diesen Arschlöchern nicht meine Laune zerstören zu lassen und suchte mir einen Platz weiter hinten im Zug.
Die Verspätung sollte dann allerdings in Enschede für das nächste Ärgernis sorgen. Die paar Minuten Umsteigezeit reichten nicht aus, um mir ein Ticket nach Amsterdam zu kaufen und den schon wartenden Zug zu betreten. Als ich mit meinem Ticket in der Hand wieder auf den Bahnsteig kam, schlossen sich die Türen vor meiner Nase und ließen sich auch durch energisches Knopfdrücken nicht wieder öffnen. Der Zug fuhr ohne mich ab.
Eine halbe Stunde später kam der nächste, und nun doch guter Dinge ließ ich mich nach Amsterdam fahren. Als ich dort ankam, sagte man mir, dass meine Metro heute nicht vom Bahnhof aus fahren würde. Ich musste also eine andere nehmen und dann umsteigen. Die letzte Metro, die ich dann so gerade gekriegt habe, fuhr aber nur bis zum WTC. Von dort aus sind es gute 20 Minuten mit dem Fahrrad zum Zonnehuis. Ich war zu Fuß. Unten waren Automaten, und ich wollte mir mit einer erfrischenden Cola ein wenig Energie zuführen...Pustekuchen! Zwanziger und Zehner in meiner Patte, aber kein Kleingeld. Scheiße. Ok, erstmal eine rauchen. Dann stellte ich fest, dass ich zwar Tabak, aber keine Blättchen hatte. Scheiße!!
Naja, ok, ich musste als nach einem Nachtbus Ausschau halten. Am WTC fuhr mein Nachtbus allerdings nicht, und so musste ich mit einem anderen wieder zurück in die Stadt fahren, um dort umsteigen zu können. Als ich am Leidseplein ankam, musste ich feststellen, dass mein nächster Bus erst in einer Dreiviertelstunde fahren sollte. Ok, dachte ich, geh ich nochmal kurz zum Coffeeshop um die Ecke. Der hatte allerdings, wie ich dann feststellen musste, 5 Minuten vorher zugemacht. Nach einem Cheese Bacon von Burger King, einer ekligen geschnorrten Zigarette (Pall Mall Lights mit weißem Filter) und einer gefühlten Ewigkeit kam dann sogar mein Bus.
Der Holländer, der mir gegenüber saß und mich grimmig anschaute, konnte meine Laune auch nicht mehr runterziehen. Ich war bereits am Tiefpunkt angelangt. Als ich es mir auf meinem hart erkämpftem Sitzplatz etwas bequem machen wollte und den Fuß an den gegenüberliegenden Sitz lehnte, schlug er mir einmal auf die Zehen und machte nur eine undeutliche Geste, ich solle das unterlassen, bevor er wieder die Augen schloss und vor sich hin dämmerte. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich töten können, bewahrte aber trotzdem Contenance. Als er ungefähr fünf Minuten später plötzlich hochschreckte und realisierte, dass er seine Haltestelle verpasst hatte, konnte ich meine aufrichtig empfundene Schadenfreude nur schwer verbergen.
Geschlagene sechs Stunden nach meiner Abfahrt in Münster kam ich dann recht erledigt im Zonnehuis an. Auch hier noch alles beim Alten, Küche chaotisch, kein Mucks zu hören, und auch mein Zimmer hat seinen Zustand beibehalten. Zurück in vertrauter Umgebung, entschloss ich mich, zur Entspannung erst einmal ein wenig Radio zu hören - Arrow Jazz FM.
Und wie als ob er es geahnt hätte und die ganze Zeit dabeigewesen wäre, höre ich Bobby McFerrin singen:

aint got no cash aint got style
aint got no girl to make you smile -
dont worry, be happy!

cause when you worry your face will frown
and that will bring everybody down -

so dont worry - be happy!

Recht hat er.

Montag, Oktober 23, 2006

Man, das Internet ist langsamer als eine Weinbergschnecke und unzuverlässiger als der Wetterbericht für die nächste Woche. Dazu kommt dass sich mein Computer gerne mal unangekündigt und mittendrin runterfährt. Die Sau! Da das auch grad wieder passiert ist, gibts Blogeintrag heute nur in abgespeckter Form. Eigentlich wollte ich ausführlich über die Hausbesetzerszene schreiben und so. Später vielleicht mal, ich bin frustriert.
Heute ging die erste Periode an der Uni für mich zu Ende. Historisch Amsterdam Klausur: 2,5 Stunden, 18 Fragen, 500 Jahre Stadtgeschichte. Irgendwie habe ich es geschafft, trotz der unmenschlichen Anfangszeit von 8:45 Uhr. Montag gehts dann weiter mit neuen Seminaren. Frisch ans Werk! Ja, ansonsten gibt es auch nicht viel neues, die letzten Tage habe ich mit lernen verbracht. Ach ja, gestern war es sehr nebelig! Fotos gibts hier:


Zu den Hausbesetzern: ichhäng einfach mal faulerweise den Pressebericht der Polizei hintendran...könnt ihr mal eure Holländisch-Interpretations-Talente testen. Mutet irgendwie anachronistisch an, mit Tränengas und so, gegen die bösen Hausbesetzer...Dazu vielleicht bald mal mehr...ist auf jeden Fall ein interessantes Thema und eine Zeit lang eine richtig große Bewegung gewesen...naja, lest selbst...hehe.
Bis demnächst.


8 arrestaties bij ontruiming kraakpanden

17-10-2006. Dinsdagmiddag 17 oktober kwam rond 16.00 uur een einde aan een lange ontruimingsdag van negen kraakpanden. Deze werden op last van het bevoegd gezag door twee pelotons Mobiele Eenheid ontruimd. In totaal werden 8 personen gearresteerd voor openlijke geweldpleging en belemmering.

De ontruimingsactie begon om zeven uur 's morgens. In eerste instantie vorderden de ontruimingen gestaag, maar bij het pand aan de Weteringschans ondervond de Mobiele Eenheid weerstand doordat krakers of sympathisanten verf en voorwerpen naar de ME’ers gooiden. Hierbij liepen met name de politievoertuigen aanzienlijke schade op. De ME moest een korte charge houden en een waterwerper inzetten om de rust te herstellen.

Bij het pand aan de Van Ostadestraat rook de ontruimingsploeg een sterke gaslucht. Hierdoor ontstond een zeer gevaarlijke situatie voor zowel politiemensen als de krakers zelf. Nadat het Nuon het gaslek had gedicht werd de ontruimingsactie voortgezet.

De ME polotons werden ondersteund door aanhoudingseenheden, Bratra (Brand en Traangasgroepen) Shovel, Waterwerper, motoragenten, rechercheurs en andere ondersteunende diensten. In totaal werden 8 personen gearresteerd voor openlijke geweldpleging en belemmering. Zij zijn ingesloten. Rond vier uur in de middag werden alle panden overgedragen aan de eigenaren.

Samstag, Oktober 21, 2006

ADE/Major League




Das Wochende in Amsterdam steht ganz im Zeichen elektronischer Musik jeglicher Couleur. Das Spektakel heißt Amsterdam Dance Event (ADE) und ist angeblich das größte Clubfestival der Welt. Pressetext:
"The biggest club festival in the world with over 300 international DJs and artists in more than 30 of Amsterdam's finest venues, DJ cafés, record stores, lounges and art galleries. Presenting the broadest festival program in the electronic music scene with an abundance of new artists, new music and plenty of special program features."
Ein (langes) Wochenende lang machen also hunderte DJs und sonstige Aktivisten der elektronischen Musikszene Amsterdam unsicher. Das Programm erscheint endlos und die Wahl fällt schwer. Obendrein sind die Eintrittspreise haarsträubend, so dass man sich echt gut überlegen muss, wo man hingeht, kommt doch unter 15 Euro Eintritt so gut wie nirgendwo rein. Für mich aber fiel die Wahl nicht allzu schwer - schließlich sollten sich am Samstag im Melkweg die Jungs von Pendulum die Ehre geben.
Die Australier, die mittlerweile wohl ein neue Heimat in London gefunden haben (was für Drum'n'Bass-Artists ja auch nicht verwunderlich ist), sollten im Herzen von Amsterdam mit Unterstützung einiger holländischer DJs und der famosen Black Sun Empire-Crew einen langen Abend lang das Publikum mit exzellentem, kanllhartem Sound versorgen. Als wir um 23 Uhr eintrudelten, war der Abend noch jung und die Tanzfläche überschaubar. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich der Laden aber bis auf den letzten Platz, und bevor man es eigentlich realisieren konnte, war die Party im vollen Gange. Unterstützt von einigen MCs sorgten Dreazz, Harsh und Pamb für das Warm-Up-Programm, das seinem Namen alle Ehre machte! Als Pendulum um 1.30 Uhr erschienen, war der Laden am Kochen.

Frenetisch gefeiert, begann der harte Teil des Abends. Nicht, dass die Jungs vom Warm-Up nicht schon ordentlich geknüppelt hätten, aber bei Pendulum wurde nochmal ein Gang höher geschaltet und dei Jungs haben zwei Stunden lang gespielt, wofür sie bekannt waren - knallharter, kompromisslos straighter Synthie-Sound. Ins Set verwoben waren auch einige Hits der Jungs selbst, was die Menge stets mit ausgelassenem Jubel belohnte. Tarantula, Slam, Another Planet und natürlich als Höhepunkt der Voodoo People-Remix. Spätestens jetzt gab es kein Halten mehr, und der Laden war bis zur Eingangstür am Tanzen. Randgebiete mit etwas ruhigeren Zeitgenossen oder Chill-Out-Zonen gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Auch wenn ich ein zwei Tracks vermisst habe - Masochist! - hinterließen die Jungs echt einen bleibenden Eindruck.

Eigentlich war jetzt schon Schluss. Auf jeden Fall für mich. Ohne den günstigen Platz unter der Lüftung und einigen Gläsern Wasser von der Theke - als Abwechslung zum sündhaft teuren 0,2-Liter-Wasserbier für 2,10 Euro - hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon lange aufgegeben. Black Sun Empire allerdings stellte sich als ein triftiger Grund heraus, einfach mal weiterzumachen und die letzten Kräfte zu mobilisieren. Nach dem massiven, manchmal etwas zu bombastischen und simplen Drum'n'Bass aus dem Hause Pendulum haben die Jungs von BSE nochmal etwas andere Töne angeschlagen. Weniger Achterbahn-Synthies und mehr trockene, reduziertere Grooves, die aber trotzdem oder gerade deswegen ordentlich reingehauen haben. Einige Tanzeinlagen später war dann allerdings wirklich Schluss, und so habe ich mir den Rest der Show als passiver Beobachter zu Gemüte geführt.
alle Fotos sind von www.majorleague-dnb.com

Um 5 Uhr war es dann auch offiziell vorbei, und alle verließen erschöpft und glücklich die Milchstraße, um sich von dort aus über den Rest der Stadt zu verteilen. Der Rückweg war wie immer hart und lang, aber irgendwie bin ich angekommen und nach einer Portion Tortelli - mit Feta überbacken, mmmhh! - recht schnell eingeschlafen. Das soll erstmal reichen für dieses Wochenende.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Küche, Kochen, Katastrophen

Ein neuer Herd kam heute an. Der alte war, seit ich denken kann, mehr oder weniger im Arsch. Von vier Platten funktionierten manchmal zwei, meistens nur eine. Als Ersatz hatten wir dann zwei von diesen mobilen Kochplatten, die man bevorzugt in Apartments mit 'Kochecke' vorfindet. Die Dinger waren mal weiß, doch nach extensivem Gebrauch und mangelhafter Reinigung nahmen sie zunehmend eine braun-schwarze Färbung an, die auch mit agressivem Grill- und Ofenreiniger nicht vollständig entfernt werden konnte. Einige haben es versucht, aber spätestens zwei Tage später waren die Flecken wieder da, wenn mal wieder ein Topf mit kochendem Inhalt übergelaufen war. Und auch bei diesen beiden Platten, die schon allein optisch in einem jämmerlichen bis abstoßenden Zustand waren, fing die größere an, manchmal den Geist aufzugeben. Apropos Zustand: Auch sonst macht unsere Küche eher einen, naja, wenig einladenden Eindruck. Es ist trist, und da es kein Trockentuch und erst recht keine Spülmaschine gibt (hach ja, Luxus!!), stapelt sich rechts vom Waschbecken das Geschirr meterhoch, während die linke Seite von den schmierigen Herdplatten dominiert wird...Aber ab jetzt brechen neue Zeiten an! Unsere neue Mitbewohnerin Katerina scheint sehr auf eine saubere Umgebung erpicht zu sein (ohna dabei pingelig oder spießig zu wirken), und im Zuge ihrer Initiative findet hier echt ein Aufschwung in Sachen Ordnung statt. Ich sag ja: es ist immer gut, eine Frau im Haus zu haben!)



Nun ja, zurück zum Herd: Bei einem Meeting aller studentischer Bewohner dieses Hauses Ende September haben wir neben anderen Mankos auch die Herdsituation angesprochen.
"Ja, wir kümmern uns drum!"
Letzte Woche Dienstag kam dann jemand und hat den beinahe ganz kaputten Herd ausgebaut. Prima! Nur sollte man dann auch einen neuen Herd einbauen. Doch erstmal ist gar nichts geschehen. So hatten wir also ein quadratisches Loch auf unsere Arbeitsfläche und eine Woche lang nur zwei erbärmliche Kochplatten zur Verfügung - für 12 Leute plus Besucher. Das heißt, dass es in der Stoßzeit zwischen 19.00 und 21.00 Uhr so gut wie unmöglich war, eine halbwegs vernünftige Mahlzeit zu kochen. Beinahe hatte ich mich dran gewöhnt, als heute Mittag die Rettung in Form unseres Hausmeisters Andre (übrigens sehr cool, er hat Humor so trocken wie ein Stück Wasa-Knäcke) kam. Mit im Gepäck einen Gehilfen und einen brandneuen Herd!!! Beflügelt von den neuen Möglichkeiten haben wir dann noch die Mikrowelle aus der Küche ins Esszimmer verbannt,alles sauber gemacht und für unendlich viel Platz gesorgt. Plötzlich mag man wieder in die Küche gehen! Es kann so einfach sein, Freude am Leben zu haben...

Sonntag, Oktober 15, 2006

Kraken

Nein, dieser Post hat nichts mit den possierlichen vielarmigen Meeresbewohnern zu tun. Kraken ist das niederländische Verb für das Besetzen eines Hauses. Die Besetzer heißen Kraker, besetzte Häuser sind gekraakt. Die Kraak-Kultur findet ihren Ursprung im Holland der 60er/70er Jahre, als die Protestbewegung und das Streben nach Emanzipation auf ihrem Höhepunkt waren. Leerstehende Häuser wurden gekraakt, um deren Abriss zu verhindern oder einfach, weil es in dieser Zeit, genau wie heute, viel zu wenig Wohnraum gab. Oft wird das Kraken von der Obrigkeit geduldet, oft gab und gibt es aber auch Räumungen mit großem Polizeiaufgebot. Das Kraken ist nicht mehr so populär wie einst, aber es gibt noch stets besetzte Häuser und Aktionen gegen die Mietpolitik und gegen Anti-Kraak-Gesetzgebung. Eines dieser besetzten Häuser steht auf der Leidsestraat, im Zentrum zwischen Leidseplein und Koningsplein. Auf dieser Straße sind immer viele Leute unterwegs, Geschäfte säumen den Weg zu beiden Seiten, und in der Mitte verlaufen Tramschienen. Gestern konnte allerdings keine Tram fahren. Die Kraker hatten wohl ein Straßenfest veranstaltet und damit die komplette Straße blockiert. Dieses Haus sollte eigentlich nächsten Dienstag geräumt werden, aber aus gegebenem Anlass rückte die Polizei schon jetzt mit einem Großaufgebot an. Zwischenzeitlich war die Leidsestraat komplett abgesperrt, und als wir wieder weitergehen konnten, sahen wir das Haus, das umstellt war von Polizisten. Drumherum eine Menge Schaulustige, Menschen mit Kameras, Fotohandys und Camcordern machen eifrig Aufnahmen von diesem Großereignis. An der Fassade des Hauses hängt ein großes Transparent, auf der Straße sieht man noch das Konfetti, Überreste des Straßenfestes. Ein paar Sofas stehen dort, ein Tisch, auf dem Kuchen und Saft verkauft wurde, und ein Kleiderständer mit Klamotten. All das wird mit einem großen Greifarm auf den mittlerweile eingetroffenen LKW befördert, in einem Container der Müllhalde geweiht. Die Kraker sind wahrscheinlich noch im Haus, und die gepanzerten Mannschaftswagen der Polizei werden später wiederkommen, um die Zecken dort herauszuholen. Und wieder endet ein Stück Kraak-Geschichte.

Esskultur

Es ist an der Zeit, einen Blick auf die niederländische Esskultur zu werfen. Die Holländer sind ja nicht gerade für ihre Gourmet-Küche bekannt, während sie auf dem Trivial-Food-Markt ganz weit vorne dabei sind. Wer jemals in einem beliebigen holländischen Supermarkt vor einem meterlangen Chipsregal stand oder sich angesichts der schier unerschöpflichen Auswahl verschiedenster Leckereien überfordert fühlte und unfähig war, sich zu entscheiden, weiß was ich meine. Und nicht zuletzt gibt es da ja auch noch einen Snack mit dem schönen Namen Frikandel speciaal, sicherlich ein Highlight für jeden Fast-Food-bewussten Hollandreisenden.
Aber nicht nur in den Supermärkten und an den Pommesbuden werden einem Herzenswünsche erfüllt. Obendrein gibt es hier auch noch FEBO.

Febo ist die Definition von Fast-Food. Schneller gehts nicht. Einfach Geld reinwerfen, Klappe öffnen und einen heißen, suspekt aussehenden Snack genießen. Kroketten mit fleischähnlicher Füllung, Kaassoufflés, einfache Burger und nicht zuletzt Frikandeln! Ich bin je kein großer Fan von solch einem Ultra-Fast-Food, ich hab ja schon bei Burger King kein gutes Gefühl. Aber manchmal ist der Hunger stärker, und dann kann so ein FEBO - zahlreiche Filialen sind glücklicherweise über die ganze Innenstadt verstreut - schon mal ein Leben retten. Der Burger, den ich letztens dort gezogen hab, sah besser aus als erwartet und schmeckte besser als er aussah. Na also! Trotzdem werde ich nicht zum FEBO-Fan mutieren. Es bleibt eine Notlösung. Das hat Florian ganz anders gesehen. Während seines 5-tägigen Besuchs hat er gefühlte 50 Frikandeln mit ungeschmälerter Begeisterung verputzt! Hier erklärt er noch mal, wie FEBO funktioniert:




1. bevorzugten Snack wählen und das Geld passend einwerfen.


















2. Klappe öffnen, Snack herausnehmen


















3. reinbeißen und genießen!

Dienstag, Oktober 10, 2006

ach ja, brüssel!

am samstag morgen in aller herrgottsfruehe startet dieser reisebericht. ich hatte mich mit rob um sieben an der haltestelle amstelveen centrum verabredet. als er um viertel vor acht kam, machten wir uns auf den weg, unseren plan in die wirklichkeit umzusetzten - trampen nach bruessel, so schnell wie es geht. sobald wir dies ausgesprochen hatten, begann es zu regnen. natuerlich hatten wir nicht an regenklamotten gedacht. obendrein hatten wir beide keinen plan vom trampen und haben uns so, nachdem wir ein paar leute gefragt haben, einfach an die naechste autobahnauffahrt gestellt. gut, man durfte dort nicht halten, aber doch wurden wir recht schnell mitgenommen.
der typ fuhr einen kleinen, silbernen lieferwagen und hatte nur zwei sitzplaetze. einen davon nahm er in beschlag, also musste ich mir mit rob den anderen teilen. rob ist groesser als ich. ich sass halb auf dem schaltknueppel, er irgendwie zwischen mir und der tuer eingeklemmt, und ans anschnallen war nicht zu denken. naja, unser chauffeur hielt das auch nicht fuer noetig, also, was solls? er brachte uns zu einer tankstelle an der autobahn in der naehe von utrecht. dort setzte er uns ab, und nach einer halben stunde autofahrt war es dringend noetig, unsere zusammengefalteten gliedmassen zu strecken. mittlerweile schien auch wieder die sonne, und guter dinge machten wir uns daran, eine mitfahrgelegenheit nach belgien zu kriegen. nach ein wenig wartezeit und rumfragerei haben uns dann zwei nette hollaendische maedels mitgenommen, die auf dem weg nach bruessel waren. sie wollten uns aber nur bis nach antwerpen bringen, weil sie noch ein wenig "girls talk" brauchten und wir dabei stoeren wuerden....naja, wir mussten ja sowieso in antwerpen raus, also waren wir erstmal heilfroh, mit so einer netten gesellschaft nach antwerpen zu kommen. dort angekommen, machten wir dann ein beweisfoto, um die regeln des wettbewerbs einzuhalten, und versuchten dann, die letzte etappe nach bruessel in angriff zu nehmen. antwerpen, 11:00 uhr

das gestaltete sich aber als schwieriger als zuerst angenommen. ein typ hat uns ans andere ende der stadt gebracht, an eine stelle, die schlechter nicht haette sein koennen ("das ist ne super stelle, da findet ihr schnell jemand, kein problem!"). wir haben uns dann von dort aus zu einer auffahrt lotsen lassen, was uns aber auch kein glueck bescherte. geschlagene vier stunden sind wir ziemlich planlos durch die gegend gelaufen, abwechselnd die autofahrer an sich und den asi, der uns das ganze eingebrockt hat verfluchend. antwerpen, 14:00 uhr

irgendwann dann, nachdem unsere beine schon mehr als lahm und wir echt mit den nerven am ende waren, haben wir uns dann in einen bus zum (uebrigens sehr schoenen und sehenswerten) antwerpener bahnhof gesetzt und haben den naechsten zug nach bruessel genommen, der schon auf dem bahnsteig wartete. die 8,50 € fuer die fahrt mussten wir gluecklicherweise nicht bezahlen, da die schaffnerin aus unerfindlichen gruenden direkt vor uns umgedreht und nie wiedergekommen ist. irgendwann um fuenf uhr rum kamen wir dann, sichtlich geschafft und doch erleichtert und gut aufgelegt in bruessel an. die stadt praesentierte sich von ihrer schoensten seite, was auch der anblick eines kotzenden penners beim bahnhof nicht aendern konnte. die ganzen strapazen, die wir vorher hatten, liessen uns alle eindrucke, die bruessel uns bot, dankbar und begeistert aufnehmen. es war dieses gefuehl, wenn man nach einer langen und unbequemen busfahrt nach suedfrankreich endlich am ziel ist. manchmal ist der weg das ziel, in unserem falle war es definitiv nicht so. ankommen kann so schoen sein!
wir haben dann die anderen beim treffpunkt manneke pis (massloss ueberbewertet, enttaeuschend!) recht schnell gefunden, und konnten, nachdem wir die herberge bezogen hatten, uns in bruesseler leben stuerzen. die ersten eindruecke, die ich von bruessel hatte, als ich letztes jahr dort war, liessen mir die stadt nicht als besonders sehenswert erscheinen. aber als ich jetzt nochmal bei abendlichem sonnenlicht durch die strassen ging, hatte die stadt einen ungeheuren charme. definitiv ist der grote markt, ein grosser paltz mitten im zentrum, umgeben von prachtvoll verzierten alten haeusern, einer der schoensten marktplaetze, die ich bis jetzt zu gesicht bekommen hab.
abends ging es in ein chinesisches restaurant. bestellt niemals lemon chicken!! neben einem shrimps-menu war das das tagesangebot, und da ich kein fan von schalentieren bin, habe ich mich fuers lemon chicken entschieden, was sich als grosser fehler herausstellen sollte. die sosse war zaeh und klebrig und schmeckte wie zitronenkuchen zum nachtisch. das ist ja an sich nicht schlimm, aber in kombination mit fritiertem haehnchen...bbrrr! naja, ich habs trotzdem gegessen, der hunger trieb es hinein. danach haben wir noch eine bar geentert und uns ordentlich am belgischen bier gelabt. duvel, 8 %. duvel heisst soviel wie teufel, und das bier macht seinem namen alle ehre. nachdem wir den club verlassen hatten, endete der abend in einem diffusen durcheinander, dessen einzelheiten ich hier nicht auffuehren werde...zurueck im hostel, brauchte ich gefuehlte 3 sekunden, um einzuschlafen. am naechsten tag, der ebenso freundlich begann, wie der vorige geendet hat, sind wir dann noch ein wenig durch die stadt gestreift, bevor es mit dem bus zurueck nach hause ging.
fazit: bruessel ist toll!welcher idiot hängt straßenschilder auf der höhe auf? da muss man sich doch den kopf stoßen...

Samstag, Oktober 07, 2006

nachts in der tram

heute bin ich karl marx begegnet. er saß in der tram. als wir einstiegen, saß er auf einer sitzbank, zusammen mit einer frau, die aussah, wie eine 50-jährige, die aussehen will wie eine 28-jährige. ihre zwei freundinnen waren auch nicht besser. er nuschelte ihnen noch zu, mit schwerem holländischen akzent, dass sie am museumplein aussteigen müssten, und dann waren sie auch schon weg. er blieb alleine zurück. nun mit mehr bewegungsfreiheit ausgestattet, machte er es sich etwas bequemer. er schlug seine beine übereinander, und erst jetzt nahm ich seine brille wirklich war, die ihm, tief auf der nase sitzend, das aussehen eines skeptischen, messerscharf analysierenden akademikers verlieh, der an der uni vorlesungen über quantenphysik hält. oder er war einfach nur ein verlorener intellektueller, der in einem kleinen, unaufgeräumten apartment in einem alten haus lebt, umgeben von büchern, dem staub vergangener, besserer zeiten und der sich in seiner eigenen gedankenwelt gerade so über wasser hält.
kurze zeit später zieht karl marx (freilich hatte er eine brille und auch seine glatze war ausgeprägter, aber trotzdem...) ein blaues DIN-A6-notizbuch aus der tasche. er schlägt es auf und beginnt eifrig und konzentriert darin zu blättern. manchmal macht er mit einem kugelschreiber eine notiz auf einer seite, um direkt darauf weiterzublättern. so geht er das ganze buch durch. am anfang kann ich nicht erkennen, was er in sein buch schreibt. ich sitze links neben ihm, auf der anderen seite der tram, und er hält den buchrücken so, dass ich die seiten nicht sehen kann. dann aber öffnet er das buch weiter und legt den blick frei auf lange zahlenreihen. von oben nach unten sind die seiten gefüllt mit ziffern. manche von ihnen sind umkreist, trennungslinien erleichtern die orientierung. was er so eifrig in dieses buch hineinschreibt, kriege ich leider nicht heraus. dafür habe ich zeit ihn zu beobachten. sein kopf erscheint im profil beihnahe eckig, die glatze und der graue kranz leicht gelockter haare über den ohren und am hinterkopf verstärken den eindruck. auf seiner glatze wachsen ein paar dünne, graue haare, die ungeordnet vom kopf abstehen. sein dichter vollbart verleiht ihm einen beinahe philospohischen, ehrwürdigen eindruck. sein nach vorne gestrecktes kinn lässt ihn etwas grimmig oder verbissen erscheinen und betont seinen bart. irgendwann klappt er das notizbuch zu, steckt es in seine jackentasche und schaut sich mit zusammengezogenen augenbrauen einige male in beide richtungen um, wie als wolle er sich vergewissern, nicht beobachtet worden zu sein. er dreht sich wieder nach vorne, verschränkt die arme vor der brust und kaut ein wenig auf seiner unterlippe. zwei stationen später steigt er aus und dreht sich noch ein letztes mal mit einem skeptischen blick um. dann schließen sich die türen, und karl marx ist weg.

Freitag, Oktober 06, 2006

wilde zeiten





draußen regnet es. es ist noch immer sehr windig, und der himmel ist seit zwei tagen nicht auf die idee gekommen, die wolkendecke ein wenig zur seite zu schieben und vielleicht mal für ein paar minuten die sonne rauszulassen. stattdessen wechseln sich nieselregen und kräftigere schauer ab. das ist dann wohl der holländische herbst. gestern auf unserem spaziergang durch den vondelpark ist mir zum ersten mal aufgefallen, dass die blätter anfangen zu welken. hoffentlich steht uns wenigstens für ein paar tage ein goldener herbst bevor, ich würde zu gerne in der hebstsonne durch den park spazieren und laub herumwirbeln. aber so, wie es jetzt ist, will man nicht einmal vor die tür.

gestern abend waren wir im melkweg. irgendeine party, deren name weniger wichtig und deshalb nicht erwähnenswert ist. da es wie aus eimern regnete, als wir ankamen, habe ich mein fahrrad unachtsam an den nächstbesten bauzaun gestellt. als wir eine zeit später gehen mussten, weil der laden zumachte, war dieser zaun weg. ich meine, ich wusste nicht mehr genau, wo ich es abgestellt hatte, schließlich war ich mit den gedanken schon drinnen im trockenen. aber der zaun war einfach nicht mehr da. ich bin ein wenig umhergeirrt, bis ich mich mit der tatsache begann abzufinden, dass es wohl geklaut wurde. oder ich es nicht richtig abgeschlossen hatte und es nun jemand mitgenommen hatte (der unterschied liegt darin, dass ich im zweiten fall auf niemanden sauer sein kann als auf mich selbst). auch die suchhilfe von den anderen konnte nichts ausrichten. als ich dann noch ein letztes mal alles absuchte, kam ein türsteher und schloss ein langes tor auf, dass einen teil der straße absperrte. und siehe da: dahinter war mein fahrrad! sie hatten einfach ein tor davor gemacht und es so meinem blickfeld entzogen. die schweine! naja, ich war natürlich überglücklich, schließlich hatte ich mein fahrrad verloren. und es direkt danach wiedergekriegt. und in dem moment der verzweiflung habe ich gemerkt, dass es mir mittlerweile ziemlich ans herz gewachsen ist. ich meine, was sollte ich auch ohne es machen? ich wäre aufgeschmissen! vielleicht sollte ich ihm einen namen geben. ich bin leider sehr unkreativ, was solche sachen angeht. wer weiß einen guten namen für ein schwarzes holland-damenrad? der beste vorschlag gewinnt!

bei uns auf dem flur wohnen zwei afrikaner, und ihre manier zu kochen unterscheidet sich wohl etwas von der gewohnten mitteleuropäischen. manchmal stinkt es, manchmal riecht es richtig lecker, naja, jedem das seine. aber die jungs haben die angewohnheit, zu braten, mit viel fett, und oft auch mit viel rauch. das führt dazu, dass die küche regelmäßig so nebelig ist wie ein novembermorgen in london. auch kein problem, dann meidet man sie halt für ein paar stunden. das problem aber ist der höchst sensible rauchmelder in unserem flur. manche kennen den sound vielleicht, hoch, laut und markerschütternd. ein alarm, der seinem namen alle ehre macht. dieses ding ist ungefähr auf der höhe meiner zimmertür, und die türen hier sind dünn und helhörig. letztens ging der alarm an. morgens. um acht uhr. ich war um fünf nach hause gekommen, und man kann sich vorstellen, wie ich nach drei stunden schlaf diesen ohrenbetäubenden lärm empfunden habe. (übrigens: morgens um acht uhr schön hähnchen braten, die in fett schwimmen...mmmhh, lecker! guten morgen!) das phänomen ist, dass die jungs sich nicht zu bemühen zu scheinen, den alarm auszustellen. also müssen die anderen ran, gerade aus ihrem wohlverdienten schlaf gerissen. grade war es wieder so weit. zweimal in 10 minuten. da hilft nur, die musik noch lauter aufzudrehen und sich in gleichmut zu üben.

übrigens: morgen stehe ich um sechs auf. sonst gehe ich eher um sechs schlafen, aber morgen mach ich es! ich werde mich zwischen sieben und acht mit rob treffen, und dann trampen wir nach brüssel! das ganze wurde von den esn-leuten organisiert, diejenigen, die für all das programm der letzten wochen verantwortlich sind. es ist ein contest, dass heißt, dass wir so schnell wie möglich nach brüssel kommen müssen. mit verpflichtendem zwischenstop in antwerpen. das wird ein großer spaß! hoffentlich. wenn ich so nach draußen schaue, ist es nicht wirklich trampwetter. naja. wir werden wohl eh nicht gewinnen, schließlich sind wir zwei jungs und haben beide noch nie getrampt. also ein sprung ins kalte wasser, augen zu und durch, wer wagt gewinnt, probieren geht über studieren...vielleicht hat jemand auf die schnelle noch ein paar hilfreiche tips?
naja, am sonntag oder montag werde ich dann von unserer höllentour berichten...ich werde jetzt erstmal zu ende frühstücken, schließlich ist es schon zwanzig nach vier. schönes wochenende!

Donnerstag, Oktober 05, 2006

head

achja, nen neuen header hab ich auch! manche wussten ja, dass ich zwilling bin, aber wusstet ihr dass ich eigentlich drei bin?
danke flo fürs foto und kryschan für die programmierer-knowledge...war ganz einfach!

Bilder in deinen Kopf

Heute gibts mal nur ein paar fotos, bin etwas schreibfaul im moment, sorry dafür! bald auch mal wieder ein paar stories...
die beiden fotos hier drunter sind von heute, von unserer 'historisch-amsterdam' stadttour, die ich jeden donnerstag mitmache. schritt für schritt kriegen wir am lebenden beispiel die geschichte der stadt amsterdam erzählt. hauptsächlich architektonisch, aber (auch) das ist interessant!






ein blick aus meinem fenster


sehr praktisch, der wc-stempel: entweder für jedes mal pissen 50 cent oder für 1,50 die ganze nacht unbegrenzt!



scheißwetter!

Dienstag, Oktober 03, 2006

winston

letztendlich sind wir doch im winston kingdom gelandet, auf der wöchentlichen drum'n'bass-party. es regnete, den ganzen abend und die ganze nacht. zum glück hatte ich vorgesorgt, und so konnte ich 'endlich' mal meine regenhose und -jacke rauskramen. derart auf die schlimme fahrt ins zentrum vorbereitet, konnte der regen meine gute laune nicht länger verderben, und so kam ich wohlgemut und im schlepptau einiger anderer durchnässter studikollegen im winston an. regenhose aus, jacke in den rucksack und rein da! sechs euro die es wert sind später sind wir drin. die frau an der kasse entpuppte sich, als 'sie' petter nach kleingeld für den eintritt fragte, als kerl. ich könnte schwören, dass sie sogar brüste hatte, aber ihre stimme war tief wie ein springerbecken...soo schlecht konnte der club also nicht sein, und diese annahme sollte sich auch bewahrheiten! innendrin wurde es zunehmend voller und heißer, die djs haben, wie es sich gehört, langsam aber sicher härtere töne angeschlagen, und je später es wurde, desto mehr wurde getanzt. neben uns ein sehr dicker typ, der sein eigener mc war und die ganze zeit einem anderen typen ins ohr gerappt hat, als ob sie battlen würden...irgendwann kam ein ziemlich besoffener und/oder verkokster typ rein, der so ziemlich jede frau angegraben hat, die dort herumlief. gekleidet in einen schicken anzug und einem weißen hemd muss ihm unendlich heiß gewesen sein...nach einiger zeit war dann auch sein ganzer rücken durchnässt, aber er war wohl zu cool um einfach mal sein sakko auszuziehen...der dj hatte noch einen mc dabei, der ganze arbeit geleistet hat. und als krönender abschluss eines gelungenen abends legte der letzte dj nochmal einen letzten burner auf; und obwohl alle lichter schon an waren, war der ganze laden am abgehen! noch ein letztes mal...(foto von remote controlled youth)

dann hieß es: zurück in die realität. halb vier, alles dicht, also ab nach hause. es regnete noch stets, und unsere hoffnung auf besserung wurde nicht erfüllt. so mussten wir uns unserem schicksal fügen und uns durch regen und gegenwind nach hause kämpfen. als ich endlich ankam, waren meine schuhe komplett durchnässt. sonst aber war ich trocken! gute erfindung, so regenklamotten.
ja, der hebst ist da...

p.s.: als ich den mc heute abend gesehen habe, ist mir in den sinn gekommen, dass das ja eigentlich nichts anderes ist als das, woraus auch rapmusik entstanden ist. ein dj legt auf und der mc kommentiert, leitet gleichermaßen durch den abend:
"der rapper kommentiert, indem er darüber dichtet"
"als man noch zeit zum feiern fand, und der dj vor dem mc auf dem flyer stand"
auf hiphop-abenden sieht man so etwas heute nicht mehr. aber hier, hier lebt der gedanke fort...

Montag, Oktober 02, 2006

herbst, regen, wind, grau


"Der Himmel ist gekleidet in ein freundliches grau,
und schüttet wasser in dein bier
und wartet dass du austrinkst, das gönnst du dir
weil es schön war"














bei einem blick aus meinem fenster kamen mir gerade diese zeilen in den sinn...auch wenn mir grade der nötige optimismus fehlt, um die wettersituation in ein ähnlich positives licht zu stellen wie sven regener es in dem stück 'weil es schön war' getan hat...
ein blick aus dem fenster offenbart einen vorgeschmack auf das, was mich hoffentlich so wenig wie möglich in den nächsten monaten, dem amsterdamer herbst, begleiten wird. die bäume zeigen klar nach norden, was zwar auf dem hinweg rückenwind bedeutet, einen aber gleichzeitig ahnen lässt, dass der rückweg zu einer 'tortour de hans' werden wird...es regnet, obendrein. und damit meine ich regen. diagonal, mit der tendenz zum waagerechten... kräftig und unermüdlich. das eintönige grau lässt keine hoffnung auf besserung zu. ein tag, an dem man nicht rausgeht, es sei denn, man muss.
"man will nicht aufstehn, aber man muss pissen,
man will nicht rausgehn, aber man braucht kippen..."
manchmal muss man halt. ich für meinen teil habe es mir allerdings erstmal in meinen 10 qm gemütlich gemacht und harre der dinge die da kommen werden...abwarten und tee trinken, im wahrsten sinne des wortes, steht doch an meiner seite eine halbvolle kanne vom besten darjeeling (danke mutter!)
heute abend geht es schon wieder weiter mit der feierei...auf dem plan stehen entweder drum'n'bass im winston kingdom oder lords of the underground im bitterzoet.


bitterzoet ist eine entdeckung! sehr cooler club mit meistens hiphop-programm, am samstag waren dort 8 djs, die jeweils im fliegenden wechsel 15-minütige sets gespielt haben...exquisite musikauswahl von hip hop über reggae bis zu spohisitcated 70er soul, gemischt mit einer ordentlichen prise funk; club gut voll, preise akzeptabel, kurz: ich werde wiederkommen!

das wochenende stand ganz im zeichen meines ersten besuchs aus der heimat - aaron und ralf hatten sich angekündigt und kamen auch! es war gut und anstrengend, es ist doch nochmal was anderes, in der stadt zu fuß unterwegs zu sein...am freitag war eher chillen angesagt, und samstag war der plan, auf ein konzert meiner amsterdam-heroes pete philly & perquisite zu gehen, von deren live-shows ich kurz vorher noch nur gutes gehört hatte. naja, natürlich war der scheiß ausverkauft, war ja klar, verdammt. erstes konzert verpasst. dafür haben wir dann aber vom sehr netten und fließend deutsch und französisch (und sicher auch englisch) sprechenden türsteher die empfehlung gekriegt, mal im 'duivel' vorbeizuschauen. es hat sich gelohnt, eine nette bar, die von außen nicht so aussieht, aber beste musik, live aufgelegt, bietet - von qualitativem hiphop über funk bis zum guten alten 70s soul...sogar steely dan hat der dj dabeigehabt, und wenn jemand steely dan auflegt, kann er sich meiner gunst sicher sein...also auch das ein cooler laden, der einen weiteren besuch lohnenswert macht! ja, und danach waren wir dann im bitterzoet...bilanz: viel bier, viel laufen, wenig schlaf, kleine enttäuschung, gefolgt von großem enthusiasmus und am sonntag noch ein relaxter tag in den ruinen. weiter so!