Montag, Januar 22, 2007

Das Ende einer Liebe

Ich hatte es ja schon geahnt. Jetzt aber ist es Realität und nicht mehr zu leugnen - die Ruinen in Uilenstede sind Geschichte.
Ich habe dort viele schöne Momente verbracht, Besucher mitgenommen, Sonnenuntergänge gesehen, philosophiert, mich kreativ ausgelassen und nicht zuletzt eine unvergessliche Begegnung gehabt ;)
Aber so ist es im Leben, nichts währt ewig, der Herr gibt es, der Herr nimmt es, Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Und jetzt wollen wir schweigen.











Samstag, Januar 20, 2007

ich bin ja doch forh über meinen bevorstehenden umzug. zur veranschaulichung hier mal ein bild mit alter und neuer wohnung!

Donnerstag, Januar 18, 2007

Riders On The Storm


Armageddon. Das ist der erste Gedanke der mir in den Sinn kam, als ich heute mittag das Haus verlies. Der Wind blies schon seit Tagen ums Haus, aber irgendwie ist man das inzwischen gewöhnt.
Damit aber hatte ich nicht gerechnet. Wind ist in diesem Fall reine Untertreibung. Sturm ist das richtige Wort. Irgendwann in der Nacht muss es angefangen haben, als ich gestern nach Hause kam war noch alles normal. Plötzlich aber hat man das Gefühl, im nächsten Moment wegzufliegen. Der Wind peitscht alles vor sich her, was nicht niet- und nagelfest ist.
Die Straße ist bedeckt mit Ästen und dickeren Baumteilen. Ein umgekippter Baum, der seine besten Tage wohl bereits hinter sich hatte, versperrt einen breiten Weg, und als die Metro bei Uilenstede hält und die Türen sich öffnen, wackelt der ganze Zug. Die Tram 5 wird umgeleitet, kein durchkommen auf dieser Strecke.
Als ich Zoltan treffe, müssen wir fast schon schreien, um uns zu unterhalten. In der Uni kommen mir zwei Mädchen entgegen, die eine tränenüberströmt. Ihr Fuß scheint lädiert zu sein, die Hose hat am Knie ein Loch. Durch die Musik aus meinem Walkman höre ich nur undeutlich etwas von einem Laternenpfahl. Den Rest dichte ich mir schaudernd hinzu.
Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch gehe ich nach Hause. Die Tatsache, dass ich im 11. Stock lebe und meine Fenster nicht gerade vertrauenswürdig erscheinen, macht mich unruhig. Wie aus einem Alptraum taucht vor meinem inneren Auge für einige Momente das Bild von gebarstenen Fensterscheiben und einem komplett zerstörten Zimmer auf. Ein ängstlicher Blick hoch zu meinem Fenster beruhigt mich dann allerdings bald - alles noch heil.
Zurück in meinem Zimmer relaxe ich erstmal. Irgendwie hat es auch etwas behagliches, im Warmen zu sitzen, mit schöner Musik und frischem Tee und hinaus in die Apokalypse zu schauen - alles was mich vom Weltuntergang trennt sind zwei Glasscheiben, an die der Regen mitunter so heftig peitscht, das einem Angst und bange wird. Und mein Handtuch, das sich trotz komplett geschlossener Fenster auf der Wäscheleine im Windzug sanft hin und her bewegt, hält mir vor Augen, wie schön doch gut abgedichtete Fenster sind.

Dann schalte ich das Radio an und setze mich den Sturmmeldungen aus:

Der Wind hat mittlerweile Stärke 10 erreicht, in Böen kann er Geschwindigkeiten von 130 km/h erreichen.
Die Intercity-Züge im Land sind stillgelegt und durch Stoptreinen ersetzt - von und nach Utrecht und Amsterdam fährt gar nichts mehr. Der Hauptbahnhof in Amsterdam ist wegen herunterfallender Teile der Dachkonstruktion gesperrt.
Ein Schiff hat sich losgerissen und ist auf einen Öltank aufgefahren - 1600 Kubikmeter Öl sind ins Hafenbecken geflossen.
Die Schüler wurden größtenteils nach Hause geschickt, um zu vermeiden dass sie am späten Nachmittag, wo der Sturm seinen Höhepunkt erreichen soll, noch unterwegs sind.
Wer nicht wirklich raus muss, soll drinnen bleiben und vor allem nicht mit dem Auto fahren.
Im ganzen Land regnet es Schadensmeldungen. Schwere bis sehr schwere Windstöße wehen Dachpfannen von den Dächern, herumfliegende Äste gefährden Leib und Leben.
Die Staumeldungen berichten von zahllosen umgekippten Autos und LKWs, kilometerlangen Staus, Bäumen auf der Straße und abgeknickten Laternenpfählen....

Aber das alles brauche ich den Zurückgebliebenen in Deutschland wohl nicht erzählen...Good Luck!

Mittwoch, Januar 10, 2007

Low Level Blogging

Im Moment passiert irgendwie nicht viel. Unimäßig ist Pause angesagt, bevor es im Februar ins neue Semester geht. Draußen ist es, mit Ausnahme von zwei, drei Tagen, stürmisch und regnerisch - im Moment peitscht der Südwestwind dickere Regentropfen und Hagel im Anfangsstadium an meinem Fenster entlang; gerade kommt eine Sturmwarnung durchs Radio, die Windstärke 9 ansagt...
der Himmel ist gekleidet in ein trostloses Dunkelgrau, und es scheint nichts schlimmeres zu geben als rauszugehen - Der einzige mildernde Faktor sind die pervers hohen Temperaturen.
Gestern 13 Grad tagsüber; die Natur spielt verrückt. Tiere beenden bereits ihren Winterschlaf, im Park kann man Osterglocken sehen (!!!). Kommen die nciht eigentlich im März/April?? Was haben wir nochmal jetzt? Januar??
"it seems like the planet gone mad"
Das aufregendste sind neben der ungewöhnlichen Wetterlage die zwei Hausarbeiten, die zu schreiben sind - und natürlich mein Umzug Ende des Monats. Deshalb zeig ich einfach mal wieder ein paar Fotos - Dank an Niv und dessen Kamera!





Blick auf den Schreierstoren, einer der ältesten Türme Amsterdams und früher Teil der Stadtbefestigung


Gucklöcher im Hauptbahnhof - hier kann man andere internationale U-Bahn-Stationen sehen


Ein sehr altes Gebäude, früher Stadttor und danach in der Funktion eines Zollpostens, an dem Waren gewogen wurden - De Waag (die Waage)


Eingangsbereich eines der coolsten Clubs der Stadt - Club 11


Blick vom Hauptbahnhof auf die Kirche St. Nicolaas und eines der teureren Hotels vor Ort

Mittwoch, Januar 03, 2007

HAPPY BIRTHDAY EININDA KRONE!

Dienstag, Januar 02, 2007

Gelukkig Nieuw Jaar!

So, das neue Jahr hat mich.
Irgendwie wollte ich zuerst nicht. Ich dachte mir: Wieso ein neues Jahr beginnen, wenn das alte so gut war?
Ich meine, warum sollte man sagen: "So, jetzt fängt was neues an, das Alte ist vergangen, alles wird anders", wenn gar nichts anders werden soll?

Soll man sich dem Diktat des Kalenders hingeben? Kollektiv einen imaginären Wechsel, einen Neuanfang feiern, dessen Zeitpunkt willkürlich festgelegt wurde? Oder sich nur auf das eigene Empfinden berufen und den Jahreswechsel dann begehen, wenn man selbst die Zeit für einen Wechsel gekommen sieht? Man soll aber doch auch gehen, wenn es am schönsten ist, oder?
Was also tun?

Vielleicht ist es gut, sich nur auf sich zu beziehen und seine Feiertage völlig losgelöst von der 'Allgemeinheit' selbst festzulegen. Oder man feiert einfach gar nicht. Wozu der ganze Heckmeck?
Oder aber man ergibt sich einfach der Begeisterung der Masse und nimmt diese Tage als Anlass, ausgelassen und fröhlich zu feiern. Den Muffel kann man eigentlich auch den Rest des Jahres raushängen lassen. Und schließlich sind Feiertage willkommene Gelegenheiten, sich einmal in kollektiver Euphorie zu üben (so wie bei der WM oder jedem anderen 'identitätsstiftenden' Großevent).

Was ich damit eigentlich sagen will: Auch wenn ich kein Fan von Weihnachten, Silvester, Rosenmontag, Ostern, Nikolaus undsoweiterundsofort bin, ist es dann doch immer irgendwie ganz nett!

Ich habe in diesem konkreten Fall schließlich den Mittelweg gewählt:
Ich habe mich zwar der Feierstimmung hingegeben, aber den ganzen Umschwung-Quatsch lasse ich aus. Keine guten Vorsätze, kein Ab-heute-wird-alles-anders...
Vielleicht ein kleiner Rückblick. Die großen Stationen von 2006. Das reicht dann aber auch. Man muss es ja nicht übertreiben.

In diesem Sinne: ein frohes neues Jahr euch allen!









...plötzlich hörten wir ein Auto näherkommen. Wir drückten uns in den nächstbesten Hauseingang und warteten. Ein schwarzer Transporter fuhr an uns vorbei und hielt einige Meter weiter. Zwei Männer stiegen aus und gingen hinter den Wagen. Sie schienen uns nicht gesehen zu haben. Sie öffneten die Türen und zerrten drei leblose Körper auf die Straße. Achtlos ließen sie die Leichen fallen und gingen, ohne sich noch einmal umzublicken, zurück zum Auto. Dann ging der Motor an und der Transporter fuhr mit quietschenden Reifen davon.